Dividenden aus Aktien können ein wesentlicher Bestandteil beim langfristigen Vermögensaufbau sein. Aber was sind Dividenden eigentlich? Wieso setzen so viele Anleger auf Dividendenaktien, wenn es um die Altersvorsorge oder den Wohlstandsaufbau geht?

Genau mit diesen Fragen wollen wir uns in diesem Ratgeber beschäftigen. Gerade Aktien-Anfänger bzw. jene, die sich mit dem Thema Aktie und Dividende noch nicht so lange beschäftigen tun sich am Anfang schwer die Dividende richtig einzuschätzen. Aus Erfahrung weiß ich, dass diese sogar unterschätzt oder falsch verstanden wird.

Deine Learnings sind:

  • Was ist eine Dividende
  • Warum Dividenden aus Aktien wichtig sind
  • Welchen Zweck die Dividende für Anleger und Unternehmen erfüllt
  • Wie sich die Dividendenrendite berechnet
  • Welche Bedeutung das Zusammenspiel von Dividende, Zeit und Dividendenwachstum für den Vermögensaufbau haben

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PSHinterlasse mir am Ende gerne einen Kommentar, damit wir die Anleitung bzw. den Ratgeber für dich noch besser gestalten können.

 

Was ist eine Aktien-Dividende?

 

Dividenden aus Aktieninvestments sollten immer ein grundlegender Bestandteil beim langfristigen Vermögensaufbau sein. Beim Lesen dieses Ratgebers wirst Du merken wieso Dividenden zum Aufbau eines laufenden Einkommens so toll funktionieren.

Fangen wir ganz einfach an zu definieren, was eine Dividende überhaupt ist. Dazu heißt es in Wikipedia:

„Als Dividende wird meist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre oder Anteilseigner ausschüttet, bezeichnet.“

Das wirft natürlich gleich die nächsten Fragen auf. Nämlich wem steht die Dividende zu und wann bekommt man die Ausschüttung.

Immer wenn Du eine Aktie in dein Depot kaufst, hast Du einen Anspruch am Gewinn des Unternehmens. Denn Du bist ja Eigentümer bzw. Unternehmer. Ja genau. Wer Aktien besitzt ist zugleich Unternehmer. Mit Rechten und Pflichten. Aber dazu an anderer Stelle mehr. Heute geht es nur um die Dividende.

Fakt ist, dass jedes Unternehmen einen Gewinn erzielen will. Ist der Gewinn realisiert, muss das Unternehmen entscheiden was mit den Überschüssen passieren soll. Die Möglichkeiten sind:

  • Gewinn in der Firma belassen und investieren
  • den Gewinn als Dividende an die Eigentümer ausschütten
  • oder beide Ziele anteilig verfolgen

Normalerweise wird der Gewinn im Unternehmen belassen, wenn mit dem Geld eine entsprechende Rendite erzielt werden kann und das Unternehmen weitere Wachstumsfelder (Regionen, Märkte) erschließt.

Größeren Unternehmen fällt es allerdings schwer weiter zu Wachsen. Ist der Markt gesättigt und alle Regionen erschlossen kann mit dem Gewinn nicht mehr sinnvoll umgegangen werden. Hier kommt dann die Dividende ins Spiel. Ein Teil des Gewinnes wird als Dividende an die Eigentümer ausgeschüttet. Als Dank dafür, dass Du das Risiko eingegangen bist in das Unternehmen zu investieren.

Gleiches gilt aber auch für jüngere Unternehmen die eine Aktienkultur pflegen wollen. Auch diese schütten gerne eine Dividende aus. Hier ist der Grund bei der Unternehmenskultur zu sehen. Zufriedene Unternehmer, die einen laufenden Cashflow aus Ihren Investitionen erhalten bleiben länger dem Unternehmen treu.

In normalen Börsenphasen liegt dabei eine Verzinsung von 2 bis 4% vor. Da es sich um Aktien handelt und nicht um Anleihen, sprechen wir hier von der Dividendenrendite und nicht von Zinsen.

 

Ein Beispiel: Für was geben Unternehmen ihr Geld aus?

 

Nach der ganzen Theorie lass uns nun mit einem Beispiel unser Wissen festigen.

Angenommen Du besitzt ein kleines Unternehmen, wie ein Modegeschäft. Das Nettoeinkommen beträgt 150.000 Euro pro Jahr.

Was wirst Du mit dem Gewinn anfangen? Nun zunächst möchtest Du dir ein Gehalt zahlen oder etwas vom Gewinn ausschütten. Denn von irgendetwas musst Du ja leben. Wir nehmen also 100.000 Euro und behalten diese als unser persönliches Einkommen.

Die verbleibenden 50.000 Euro nutzen wir für das Geschäft. Werbung, neue Artikel und eine erste Filiale sollen für einen noch größeren Gewinn in Zukunft sorgen.

Übrigens die 100.000 Euro, die wir uns als Gewinn ausgeschüttet haben sind bei einer Aktiengesellschaft nichts anderes wie eine Dividendenausschüttung. Denn als Eigentümer bekommst Du für deinen Firmenanteil einen Teil des Gewinns ausgeschüttet.

In unserem Beispiel sind wir der 100% Eigentümer, daher beträgt die Ausschüttung 67% vom Gewinn. (100.000/150.000*100=67%) Das wird am Aktienmarkt Ausschüttungsquote genannt.

Merke: Die Ausschüttungsquote ist der Anteil von Gewinn der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Die Ausschüttungsquote sollte in der Regel zwischen 25 und 70% liegen.

Natürlich werden wir bei einem so großen Unternehmen wie AbbVie oder IBM nie das ganze Unternehmen besitzen. Gehen wir einmal davon aus, dass das große Unternehmen einen Gewinn bzw. Jahresüberschuss von 1 Mrd. Euro erzielt und es 100 Mio. Aktien gibt, dann beträgt der Gewinn pro Aktie 10 Euro. (1.000 Mio. €/100 Mio. Stück = 10 €/Stück)

Werden analog zum obigen Beispiel 6,7 Euro als Dividende ausgeschüttet und die übrigen 3,3 Euro in der Firma belassen, dann haben wir auch hier wieder eine Ausschüttungsquote von 67%.

Da Du als Aktionär nicht den gesamten Gewinn bekommst, sondern ein Teil davon im Unternehmen verbleibt, kann dieses weiter wachsen und investieren. Folglich profitierst Du von einem laufenden Cashflow durch die Dividendenzahlung (die Gewinnausschüttung) genauso wie vom Unternehmenswachstum in der Zukunft (der einbehaltene Gewinn in der Firma).

Das ermöglicht in Zukunft weitere Dividendensteigerungen und damit noch höhere Ausschüttungen an dich.

 

Warum Dividenden wichtig sind oder für was eine Firma seinen Gewinn ausgibt

 

Ein Unternehmen kann sein Geld für viele Dinge ausgeben:

Wachstum: Junge Unternehmen oder jene die in einen neuen Produktzyklus kommen nutzen die Gewinne für aggressives Wachstum des Geschäfts. In diesem Stadium macht es mehr Sinn auf Umsatzwachstum und Marktdurchdringung zu setzen als das Geld z.B. in Form von Dividenden aus dem Unternehmen herauszunehmen.

Bilanz: Der Gewinn wird möglicherweise auch dafür genutzt um bestehende Schulden zu reduzieren. Sind diese nämlich zu hoch könnte es insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu Zahlungsschwierigkeiten kommen. Ein umsichtiges Management schaut, dass die Schulden nie zu hoch sind.

Ist die Bilanz hingegen gut aufgestellt, dann ist der Schuldenabbau nicht unbedingt sinnvoll. Das liegt daran, dass bei niedrigen Zinsen für bestehende Schulden es wirtschaftlicher ist, den Gewinn an anderer Stelle zu verwenden. Das Gleiche gilt für ausstehende Schulden. Ein gesundes Unternehmen kann Anleihen zu sehr niedrigen Zinssätzen emittieren. Daher würde die Verwendung des Cashflows zur Reduzierung der Verschuldung, wenn diese bereits niedrig sind, keine sehr gute Rendite bringen.

Es ist richtig, dass eine Dividende nur eine Wertübertragung ist. Das Unternehmen verliert Bargeld und Du als Aktionär erhältst Bargeld. Daher fällt der Aktienkurs vorübergehend um den Wert der Dividende zum Zeitpunkt der Dividendenzahlung. Entscheidend ist, was mit diesem Geld im Laufe der Zeit passiert. Wenn das Unternehmen es in seiner Bilanz hält, bleibt es dort und sammelt nur winzige Renditen. Wenn Du es bekommst, kannst Du es viel besser nutzen. Zum Beispiel mehr Aktien zu kaufen.

Akquisitionen: Der Kauf einer anderen Firma kann mitunter eine kluge Entscheidung sein. So können strategische Unternehmenskäufe weitere Geschäftsfelder erschließen oder ein Unternehmen breiter aufstellen. Entscheidend dabei ist der Preis der gezahlt wird. Oft ist dieser zu teuer, daher wird dabei oft Geld vernichtet.

Aktiendividenden: Das Hauptziel eines Unternehmens ist es, Geld für die Aktionäre zu verdienen. Alle anderen Dinge, die ein Unternehmen mit seinem Geld macht, haben immer das Ziel den Eigentümern irgendwann Geld zu zahlen. Alles andere ist theoretischer Natur oder nur ein Zwischenschritt. Im Laufe der Zeit muss ein Unternehmen die Fähigkeit aufbauen starke Dividenden zu zahlen. Aktiendividenden sind das Endergebnis.

Aktienrückkäufe: Neben der Aktiendividende gibt es noch eine weitere gute alternative Aktionären Geld zurückzuzahlen. Die Aktienrückkäufe. Theoretisch ist ein Unternehmen, das seine Aktien zurückkauft, identisch mit einem Aktionär, der Dividenden reinvestiert. Da die zurückgekauften Aktien meist vernichtet werden sinkt die Anzahl der Aktien die sich im Umlauf befinden. Entsprechend steigt der Wert jeder verbliebenen Aktie und Du als Aktionär besitzt einen größeren Teil des Unternehmens.

Allerdings muss man die Aktienrückkäufe aus 2 Gründen kritisch hinterfragen:

  • Aktienrückkäufe reduzieren bekanntlich die Aktienanzahl. Damit einhergehend steigt der Gewinn je Aktie (EPS) ohne dass der Gewinn wirklich gestiegen ist. Manager erhalten oft Bonuszahlungen dafür, dass sie den Gewinn je Aktie gesteigert haben. Mit Aktienkäufen wird also etwas vorgetäuscht was nicht wirklich passiert ist…Hauptsache der Bonus wird gezahlt
  • Aktienrückkäufe erfolgen oft wenn die Aktienkurse besonders hoch sind. Daher kann für das eingesetzte Geld nur ein kleiner Aktienanteil zu überteuerten Preisen zurückgekauft werden. Das ist Aktionärsschädlich.

Aus den genannten Gründen werden Aktienrückkäufe oft zum falschen Zeitpunkt angewendet. Macht man es aber richtig, dann hast Du als Aktionäre einen Vorteil.

 

Warum brauchst Du Dividenden?

 

Wir wissen jetzt was eine Dividende ist und warum Unternehmen Ihren Gewinn teilweise in Form von Dividenden auszahlen. Aber warum brauchst Du Dividenden? Das schauen wir uns in diesem Ratgeber einmal genauer an.

Lass uns kurz innehalten und diese wichtige Frage auf uns einwirken.

Ich schlage vor, Du schreibst dir einmal auf ein Stück Papier deine (Finanz- bzw. Wohlstands-)Ziele auf. Das macht es für unser Gehirn verbindlicher.

Denn nur wer seine Ziele kennt, kann seinen Finanzplan oder Vermögensaufbau danach ausrichten und konsequent daran arbeiten.

Fertig? also bei mir stellen sich folgende Ziele:

  • Pensionslücke schließen – dazu will ich 1.000 Euro im Monat aus Dividenden erhalten
  • Vorzeitig das Angestelltenverhältnis beenden – dazu müssen die Dividenden 120% meines Gehaltes abdecken
  • Pflegefall, Invalidität, Krankheiten finanziell stemmen können
  • laufende Ausgaben abdecken und
  • Wohlstandsniveau heben

Dividenden Ratgeber für AnlegerWie Du siehst, sind das eine Menge Ziele. Sie alle haben eines gemeinsam. Ich brauche freie Liquidität, Cashflow bzw. Geld das zu mir kommt, damit ich es ausgeben kann. Genau dafür eignen sich Dividenden und insbesondere die von mir präferierte Dividend Growth Investing Strategie.

Die Vorteile der Dividenden-Wachstums-Strategie sind, dass sich damit sehr einfach steigende Einkommen realisieren lassen und zugleich ein Vermögen aufgebaut wird.

Die Strategie ist konservativ. Es reicht Börsenbasiswissen für die Umsetzung. Der Zeitaufwand ist wirklich gering.

Entscheidend ist, dass über einen Zeitrahmen von 15 bis 20 Jahren Geld gespart und in Dividendenaktien investiert wird. Erhaltene Dividenden werden reinvestiert und erhöhen dadurch den Zinseszinseffekt.

Auch wenn Du bei null stehst, also kein Vermögen hast, wirst Du genau das Ziel erreichen und sogar übertreffen. Du bist nicht alleine. Tausende haben mit Dividend Growth Investing ihren Wohlstand und Ruhestand aufgebaut. Aber Du brauchst eben die ersten 15 Jahre. Diesen Marathon muss jeder gehen der erfolgreich sein will.

Ich bin jetzt im 5 Jahr und sehe die ersten Erfolge. Übrigens es macht immer mehr Spaß, weil die Ergebnisse viel stärker steigen als ich es erwartet habe.

Nun aber zurück zu den Dividendengrundlagen.

 

Wie berechnet sich die Dividendenrendite?

 

Jetzt wo wir wissen, für was eine Dividende bzw. Gewinnausschüttung gut sein kann, wollen wir uns dem Thema Dividendenrendite und deren Berechnung zuwenden.

Du kannst dir die Dividendenrendite ganz einfach wie folgt ausrechnen:

„Dividendenrendite=Dividende je Aktie / Aktienkurs“

Genau genommen spiegelt der Aktienkurs das aktuelle Marktgeschehen wieder, daher schwankt dieser zumindest kurzfristig auch mal deutlicher. Entsprechend schwankt auch die Dividendenrendite die Du auf den Finanzwebsites, wie MarketScreener angezeigt bekommst.

Die Dividende selbst spiegelt die Ertragskraft des Unternehmens wieder. Daher schwankt diese nicht so stark und sollte sich im Idealfall jedes Jahr erhöhen.

 

Was unterscheidet gute vs. schlechte Dividenden?

 

Eine oft gestellte Frage ist, was unterscheidet gute von schlechten Dividenden. Wir haben einige Eigenschaften definiert die gute und schlechte Dividenden ausmachen. Schließlich geht es am Ende des Tages darum ein Depot aufzubauen, dass nachhaltig ein Einkommen bzw. Cashflow generiert von dem man leben und seine Ausgaben abdecken kann.

Für gesunde Dividenden gilt folgendes:

  • sie wird aus dem Free-Cashflow bezahlt – sie wird aus dem laufenden Gewinn bezahlt
  • der Gewinn je Aktie ist immer höher als die Dividende je Aktie
  • in den letzten 8 bis 10 Jahren wurde die Dividende erhöht = Zeichen für stabile Dividendenpolitik des Unternehmens
  • die Ausschüttungsquote liegt im Bereich von mindestens 25% aber höchstens 70%
  • Dividendenrenditen über 5% gibt es nur bei Sondersituationen oder bei schlechten Unternehmen – daher prüfen

Für schlechte Dividenden gilt umgekehrt:

  • hohe Dividendenrendite, weil meist der Aktienkurs gefallen ist
  • werden aus der Substanz bezahlt
  • Schulden für Dividendenzahlungen werden aufgenommen
  • Ausschüttungsquote über 70%
  • die Dividende wurde zuletzt bereits gekürzt oder nicht mehr angehoben

Für amerikanische und kanadische Unternehmen ziehe ich gerne Seeking Alpha zu rate. Hier erfährst Du genau wie lange die Dividende erhöht wurde und wie hoch das Dividendenwachstum in der Vergangenheit tatsächlich war. Damit lässt sich für die zukünftige Dividende eine erste Aussage treffen.

Kommt es übrigens zu Marktverwerfungen, wie Börsencrashs oder vorübergehende Unstimmigkeiten bei einzelnen Unternehmen, dann gibt es sehr gute Unternehmen zu Dumpingpreise. Die Dividendenrendite kann für wenige Tage oder Wochen von 3% auf 6% oder mehr ansteigen. Eine sehr gute Gelegenheit Qualitätstitel in das Depot hineinzukaufen.

TIPP: Seeking Alpha stellt dazu eine schöne Grafik bereit. Einfach eine Aktie abrufen und anschließend auf den Reiter Dividens—Dividend Yield gehen. Es wird dann die historische Dividendenrendite der Aktie angezeigt. So siehst Du ganz schnell ob die aktuelle Dividendenrendite bei der Aktie wirklich ein Schnäppchen ist.

Dividendenrendite Pfizer

Ein gutes Beispiel für eine gepflegte Dividendenpolitik ist die Allianz, ein deutscher Versicherungskonzern oder Pfizer, ein amerikanisches Pharmaunternehmen. Zur Allianz kommen wir später noch, wenn es um das Thema Dividende vs. Kurssteigerung geht.

 

Was ist dir wichtig – Dividenden vs. Kurssteigerung?

 

Verfolgt man die deutsche Finanzblogszene oder auch so manchen Finanzdienstleister, dann scheint es einen großen Kampf zwischen zwei Lagern zu geben. Die einen setzen auf Wachstumsaktien und die anderen auf Dividendenaktien. Nur irgendwie schließen sich beide aus und passen einfach nicht zusammen.

Denn die alles entscheidenden Fragen lauten immer:

Willst Du mit schnellen Kursgewinnen ein Vermögen aufbauen und dieses später verbrauchen bzw. ausgeben? Oder willst Du eine nachhaltige Aktienanlage, die dir einen laufenden Cashflow generiert. Also einen Wohlstandsaufbau und Finanzielle Freiheit?

Ehrlich: ES GEHT BEIDES!

Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte.

Für schnelle Kapitalgewinne musst Du aktiv dein Depot ständig umschichten. Regelmäßig deine Kursgewinne sichern und neue „Aktienperlen“ entdecken. Bist Du zu langsam, dann können sich deine Kursgewinne in Luft auflösen und alles ist umsonst.

Da sich Krisen und Börseneinbrüche nicht vorhersagen lassen. Und Niemand weiß wo die Hochs deiner Superaktien liegen, wird es schwer immer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Börsenweisheit:

„Hin und her macht Taschen leer.“

Trifft es am Besten. Otto Normalanleger, wie wir sollten sich nicht auf ein vages Spiel einlassen, sondern vielmehr eine gefestigte und erprobte Strategie anwenden.

Genau da kommt das Dividend Growth Investing ins Spiel. Es reicht nämlich nicht nur nach einer Aktie mit Dividende Ausschau zu halten, sondern die Perspektive hinsichtlich des Dividendenwachstums und der Nachhaltigkeit der Dividende ist entscheidend.

Wir müssen, wenn es um das Thema Dividende geht immer drei Faktoren kombinieren und beachten:

  • die Höhe der Dividende
  • das Dividendenwachstum
  • den Faktor Zeit

Wenn alle anderen Parameter bei dem Unternehmen / der Aktie passen, dann müssen wir nur überlegen was unser Ziel ist. Nehmen wir an, dass wir in 15 Jahren mit unserem Investment eine Rendite von 10% p.a. erreichen wollen. Dann können wir dies durch verschiedene Kombinationen erreichen:

Dividendenmatrix Aktiendividenden

In der Mitte der Matrix werden die benötigten Jahre angezeigt. Angenommen deine Wunsch-Aktie weist im Moment eine Dividendenrendite von 3% auf. Dann muss die Dividendenwachstumsrate mindestens 8,5% p.a. hoch sein. Nur dann wird die jetzige Dividendenrendite von 3% innerhalb von 15 Jahren auf eine jährliche Dividendenrendite von 10% ansteigen.

Beträgt die Dividendenrendite deiner Wunschaktie aktuell 5%, dann würde bereits eine Dividendenwachstumsrate von 5% ausreichen, um das Ziel von 10% Rendite in 15 Jahren zu erreichen.

Beide Beispiele zeigen uns folgendes: Entscheidend um ans Ziel zu kommen ist der Kaufzeitpunkt. Da der Aktienkurs schwankt, kann es sich lohnen zu warten und nicht eine überteuerte Aktie zu kaufen. Der Gewinn liegt im Einkauf.

 

Dividenden vs. Kurssteigerung: Praxisbeispiel Allianz AG

 

Schau, hier ist für dich die Allianz AG, ein praktisches Beispiel:

Dividende Kursentwicklung Allianz

Obwohl es Jahre gab, wo die Dividende nicht angehoben wurde, stimmt die Richtung. Wer 2010 die Aktie zu 80 Euro gekauft hat, der konnte zum Kaufzeitpunkt eine Dividendenrendite von 4,8% erzielen. Das Dividendenwachstum beträgt ca. 11% p.a. Basierend auf den Kaufpreis ist die Dividendenrendite im Jahr 2019 auf 10,6% angestiegen. 2020 gab es eine Dividende von 9,6 Euro und somit eine Dividendenrendite von 12%!

12% Dividendenrendite nach 11 Jahren Haltedauer mit einem konservativen Old-school Versicherungskonzern ist sicherlich eine Ansage. Weitere Dividendenerhöhungen sind bereits vorprogrammiert.

Vom Kursanstieg reden wir hier noch nicht. Den gibt es aber obendrauf, als deine Vermögensreserve. Er beträgt 125% in 11 Jahren. Also im Schnitt über 11% pro Jahr. Trotz Kursschwankungen. Genau so läuft es im Normalfall mit dem Dividend Growth Investing. Dividenden und Kurssteigerungen gehen langfristig gesehen Hand in Hand.

Ein heutiger Aktienkauf der Allianz AG bringt dir eine Dividendenrendite von 5,3% (Aktienkurs 180 Euro). Sicherlich ein guter Startpunkt um das Renditeziel aus der Matrix (10% p.a.) bereits nach 7 und nicht erst nach 15 Jahren erreichen zu können.

Übrigens wird derzeit gerne z.B. bei Apple postuliert, dass es sich ja auch um eine Dividendenaktie handeln würde. Das stimmt nicht. Die Dividendenrendite von 0,7% iVm. einer Dividendenwachstumsrate von 10% bedeutet, dass eine Dividendenrendite von 10% frühestens in ca. 27 Jahren erreicht wird. Apple ist also eine reine Wachstumsaktie. Die Dividende entspricht einer Ausschüttungsquote von ca. 23% und ist eine Placebo-Ausschüttung.

Warum aber können wir mit Dividend Growth Investing neben einem steigenden Cashflow auch Kapitalgewinne erzielen?

Nun der Grund ist, dass wenn ein Unternehmen jedes Jahr die Dividende erhöhen kann dieses auch seine Umsätze und Gewinne steigern muss. Ansonsten würde es einfach nicht funktionieren.

Steigen die Gewinne, dann wird auch die Aktie mit der Zeit mehr wert. Folglich steigen die Kapitalgewinne (Aktienkurse), denn wir könnten ja auch eine Dividendenaktie jeder Zeit wieder verkaufen.

Dies macht aber nur Sinn, wenn der Aktienkurs so stark gestiegen ist, dass es sich lohnt (trotz Steuerbelastung) die Aktie zu verkaufen und wir zugleich eine Alternative parat haben.

Fakt ist, wer in Dividenden-Wachstumsaktien veranlagt und systematisch ein Portfolio aufbaut, der wird neben steigenden Einkommen auch ein steigendes Vermögen sein eigen nennen können.

Langfristig ist die Dividenden-Wachstums-Strategie eine konservative Aktienstrategie. Die ruhige Hand beim Portfolioaufbau und der geringe Aufwand in der Portfolioüberwachung machen die Strategie extrem erfolgreich und leicht umsetzbar.

Das schöne dabei: Du kannst das problemlos selbst machen und musst nicht auf Finanzexperten zurückgreifen.

 

Wann zahlen Unternehmen Aktien-Dividenden?

 

Wir kennen nun wichtige Zusammenhänge die bei der Dividende eine große Rolle spielen. Aber wann zahlen den die Unternehmen überhaupt Dividenden?

In Europa hat es sich verfestigt die Dividenden einmal im Jahr zu zahlen. Meist erfolgt dies zur Hauptversammlung oder zwei, drei Tage danach. Wer also die Dividende haben möchte muss zu diesem Zeitpunkt die Aktie besitzen.

Es wird nämlich geschaut, wer zu einem bestimmten Stichtag am Unternehmen beteiligt ist. Und genau diese Personen erhalten dann die Dividenden ausgezahlt.

Im angelsächsischen Raum (England, USA, Kanada usw.) hat es sich hingegen eingebürgert die Dividende nicht mit einmal auszuschütten, sondern die Auszahlungen über das Jahr zu verteilen. Wichtig ist, dass Du bereits zum „Ex-Div Date“ die Aktie im Depot hast, sonst gibt es keine Dividende – die dann meist ein Monat später zur Auszahlung kommt.

Auf Seeking Alpha kann man zum Beispiel die Dividendentermine einsehen:

Dividendentermin Pfizer

Declare Date bedeutet den Tag der Dividendenbekanntgabe. Das heißt Du erfährst wie hoch die nächste Dividende sein wird. Beachte dabei, dass hier immer die vierteljährliche Dividende angegeben wird. Für den Jahresbetrag einfach mal vier rechnen.

Ex-Dividend Date bedeutet wann die Dividende vom Aktienkurs abgezogen wird.

Record Date ist der Tag an dem geprüft wird wer Dividendenberechtig ist. Du musst 2 Tage vor diesem Datum die Aktien gekauft haben, um in den Genuss der Dividenden zu kommen.

Payout Date ist der Tag an dem die Dividende ausgezahlt wird. Da der Übertrag auf dein Konto über eine Auslandsbank erfolgt, wirst Du die Dividende erst ein paar Tage später wirklich auf deinem Konto sehen.

 

Welche Ausschüttungsvarianten bei der Aktien-Dividende gibt es?

 

Es gibt folgende Ausschüttungs-Varianten:

  • ½ jährliche Ausschüttung. Meist erfolgt zuerst ein Dividendenabschlag in der ersten Jahreshälfte und im zweiten Halbjahr die Schlusszahlung
  • ¼ jährliche Ausschüttung. Besonders in den USA und Kanada beliebt. Jedes Quartal bekommst Du ein Viertel deiner Jahresdividende. Der Vorteil ist, dass Du bei mehreren Unternehmen quasi jeden Monat eine Dividende bekommst. Einfach weil es sich wunderbar verteilt. Dividendenaktionäre lieben das 😊
  • monatliche Ausschüttung. Auch das gibt es, wenn auch seltener. Realty Income, ein Immobilien-Reit ist ein Beispiel. Jeden Monat wird dir deine Dividende aufs Konto überwiesen.

Übrigens in den Sommermonaten wird meist die jährliche Dividendenerhöhung festgelegt.

 

Welche Arten von Aktiendividenden gibt es?

 

Es gibt verschiedene Arten, wie Gewinne an Aktionäre ausgeschüttet werden können. Folgende Dividenden-Arten können unterschieden werden:

Stockdividende: Dieser Begriff wird vom englischen Wort für Aktie „stock“ abgeleitet. Wenn ein Aktionär seine Gewinnbeteiligung in Form einer Stockdividende erhält, bekommt er kein Bargeld. Stattdessen erhält er den Gewinn in Form von weiteren Aktien am Unternehmen. Wächst ein Unternehmen stark und sind hohe Kursgewinne zu erwarten, kann eine Stockdividende deshalb von Vorteil sein. Diese Form der Gewinnausschüttung wird auch „Berichtigungsaktie“ oder „Gratisaktie“ genannt, wenn die ausgezahlten Aktien zum gleichen Unternehmen gehören. Werden zusätzliche Aktien als Dividenden ausgegeben, spricht man auch von „Aktiensplit“.

Bardividende: Dabei handelt es sich um eine direkte Gewinnausschüttung auf das Konto des jeweiligen Aktieninhabers. Wie viel Gewinn jeder Aktionär pro Aktie erhält, wird vorher festgelegt.

Sachdividende: In diesem Fall erhalten Aktionäre eine Ausschüttung in Form von Sachwerten. Hier ist die Bandbreite sehr groß. „Sachwerte“ können zum Beispiel Aktien von Tochtergesellschaften, aber auch handfeste Waren wie die vom Unternehmen hergestellten Produkte sein.

 

Schlusswort Basics zu Dividenden aus Aktien

 

Nutze die Dividenden aus Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau. Dank diesem Ratgeber weißt Du nun, warum und wie Dividenden aus Aktien funktionieren. Du kannst mit Dividenden Geld verdienen und ein laufendes Einkommen (Cashflow) aufbauen.

Entscheidend ist, dass Du deine Ziele benennst und niederschreibst. Sorge für Verbindlichkeit und setzte dir kleinere Zwischenziele. Das macht es viel leichter den langen Marathon des Vermögensaufbaus zu bestehen.

Der Lohn ist zweifelsohne Wohlstand und eine sorgenfreie Finanzlage.

In diesem Sinne: „Keep it simple – Halte es einfach!“, so erreichst Du deine finanziellen Ziele schneller!

Mit besten Grüßen Tom

 

FAQ Dividenden aus Aktien

 

Was ist eine Dividende? Eine Definition.

Als Dividende wird meist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre oder Anteilseigner ausschüttet, bezeichnet.

 

Wann zahlen Aktien Dividenden?

Wann muss ich eine Aktie kaufen, um die Dividende zu erhalten? Normalerweise reicht es, wenn die Aktie am Tag der Hauptversammlung (HV) in deinem Depot eingebucht ist. Bei europäischen Unternehmen wird am dritten Geschäftstag nach dem Aktionärstreffen die Dividende ausgezahlt.

Wie oben ausgeführt muss in den USA / Kanada die Aktie zum „Ex-Div Date“ gehalten werden. Die Ausschüttung selbst erfolgt meist einen Monat später.

 

Wie berechnet man die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite setzt die Dividende im Verhältnis zum Aktienkurs. Zur Berechnung der Dividendenrendite wird einfach die Dividende je Aktie mit 100 multipliziert und anschließend durch den Aktienkurs dividiert.

 

Was wird von der Dividende abgezogen?

Für Deutschland gilt: Einzelunternehmen und Personengesellschaften versteuern die Dividenden nach dem so genannten Teileinkünfteverfahren. Häufig wird die Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 % (zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag) vor der Ausschüttung abgezogen und an das Finanzamt abgeführt.

Bei Ausländischen Dividenden kommt die Quellensteuer zur Anwendung. Diese ist je nach Land unterschiedlich und beträgt in der Praxis meist 0 bis 35%.

 

Warum wird Dividende vom Kurs abgezogen?

Nachdem eine Dividende ausgeschüttet wurde, wird der Aktienkurs um den ausgeschütteten Betrag nach unten korrigiert. Schließlich ist ja der Unternehmenswert genau um den Dividendenbetrag gesunken.

 

Ist die Dividende steuerfrei?

Nein. Grundsätzlich erfolgt die Besteuerung nach den Landesvorgaben. In Deutschland mit der Kapitalertragssteuer von 25% zuzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag. In Österreich mit 27,5% Kapitalertragssteuer. Aber es gibt Ausnahmen, wenn die Dividende vom Unternehmen aus einem Rücklagenkonto erfolgt.

Bei Dividenden von Unternehmen wie Deutsche Euroshop, DIC Asset und Deutsche Wohnen muss nur ein Teilbetrag versteuert werden. Denn bei diesen Konzernen gelten die Dividenden ganz oder teilweise als Rückzahlungen aus Eigenkapital. Die sind für Aktionäre steuerfrei, solange sie am Unternehmen beteiligt bleiben.

 

Sind Dividenden die „neuen Zinsen“?

Aufgrund der Negativzinsen ist öfters zu lesen, dass Dividenden die „neuen Zinsen“ sind, da diese in den letzten Jahren regelmäßig eine gute Rendite brachten. Allerdings ist der Vergleich mit Zinsen nicht wirklich korrekt weil Zinsen fixiert bzw. garantiert sind. Dividenden hingegen können auch kurzfristig gestrichen oder erhöht werden.

 

ÜBER TOM

Portfolio aufbauen mit DividendInvestingTom.comHallo ich bin Tom! Ein leidenschaftlicher Finanzblogger, Unternehmer im Nebenerwerb, Speaker und Angestellter. Meine Vision ist, dass jeder mit Dividend Growth Investing sein passives Einkommen, finanzielle Freiheit & Wohlstand erreicht. Gerne teile ich mein Wissen, dass weit über Geld sparen, Finanz-Mindset, Geld anlegen und richtig investieren hinausgeht.

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